Kratzbaum kaufen oder bauen

Kratzbäume für Katzen gibt es in Baumärkten oder Zoohandlungen in diversen Größen und Ausführungen. Ein richtig guter Kratzbaum, der mindestens ein Katzenleben lang hält, kostet locker mehrere hundert Euro. Da überlegt man sich, ob man einen Katzenbaum kaufen mussoder ob man seiner Katze nicht einfach einen Kratzbaum selbst bauen kann. Das hat nicht nur den Vorteil, dass man beim Selbstbau eines hochwertigen Kratzbaums Geld spart, sondern auch den, dass man einen ganz individuellen Kratzbaum bauen kann, der an die Vorlieben der Katze und die Raumverhältnisse der eigenen Wohnung angepasst ist.

Benötigte Materialien und Werkzeuge

Kratzbaum für KatzenDie Auswahl der richtigen Materialien richtet sich natürlich nach den konkreten Plänen, die man umsetzen möchte. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die für den Bau eines individuellen Kratzbaums immer benötigt werden:

  • Stabile Bretter
  • Holzbalken
  • Sisalseil
  • Teppich
  • Winkel
  • Schrauben
  • Leim
  • Säge
  • Hammer
  • Bohrmaschine
  • Tacker
  • Naturleim

Besonders wichtig ist eine dicke und stabile Bodenplatte, da sie die gesamte Konstruktion tragen und den Balken sicher halten muss. Der Balken sollte ausreichend dick dimensioniert sein, da auf ihn die größten Kräfte einwirken, wenn die Katze auf die von ihm gehaltenen Zwischenbretter springt. Daher sollte unbedingt darauf geachtet werden, möglichst lange Schrauben zur Befestigung der Konstruktion auf der Bodenplatte zu verwenden.

Material und Größe der Bretter sind Geschmackssache. Sie sollten in jedem Fall dick genug sein, um die Belastung durch eine springende Katze aushalten zu können. Idealerweise sind die Hölzer unbehandelt. Auf eine besondere Optik braucht man keinen Wert zu legen, denn die Bretter werden sowieso später mit dem Teppich überzogen. Dieser sollte aus einem möglichst robusten, aber dennoch weichen Material bestehen, damit er auch den scharfen Krallen des Tieres standhält und trotzdem noch gemütlich ist.

Das Sisalseil dient der Umwickelung der Balken, damit die Katze dort beim Klettern den nötigen Halt findet und ihre Krallen schärfen kann. Um die benötigte Länge des Sisalseils zu ermitteln, kann man sich an einer einfachen Faustregel orientieren: Bei Balken mit einer Seitenlänge von 8 x 8 cm und einem Seildurchmesser von 10 mm braucht man in etwa 35 Meter Seil pro Meter Balken.

Die Planung des Kratzbaums

Vor dem Kauf der Materialien und dem anschließenden Bau des Kratzbaums, muss natürlich erstmal ein passendes Konzept erstellt werden. Hierbei sind dem tierlieben Handwerker fast keine Grenzen gesetzt. Der Kratzbaum sollte unter Berücksichtigung der Vorlieben der Katze und der Ausnutzung des vorhandenen Raumes geschehen. Verkriecht sich die Katze gerne in Höhlen, kann man entsprechend mehrere Höhlen in die Konstruktion integrieren. Liegt das Tier lieber auf offenen Flächen herum, bekommt der Kratzbaum natürlich besonders viele gemütliche Flächen.

Auch Befestigungsorte für Spielzeuge sollten schon im Vorfeld in die Planung mit einfließen. Ein Seil zum Jagen und Kratzen muss natürlich von einem unteren Brett aus für die Katze erreichbar sein. Es bietet sich auch an, mehrere Stützbalken zu benutzen, die man mit bequemen Hängematten verbinden kann.

Bei der Planung des Kratzbaums darf man keinesfalls die Belastung unterschätzen, denen Bretter und Balken ausgesetzt sind, wenn die Katze darauf herumtobt. Entsprechend solide müssen sämtliche Verbindungsstücke sein. Bei höheren Kratzbäumen ist es zusätzlich unerlässlich, weitere Befestigungsmöglichkeiten an Wand oder Decke einzuplanen, damit der Kratzbaum später nicht umfällt.

Große Liegeflächen, die nur von einem Balken getragen werden, sollten entweder mit zusätzlichen Winkeln an der Wand befestigt oder mittels eines schrägen Balkens, der Tragebalken und Brett verbindet, gestützt werden. Die Abstände zwischen den einzelnen Ebenen sollten natürlich so gewählt werden, dass die Katze die höheren Ebenen auch erreichen kann.

Bodenplatte und Tragebalken für Kratzbaum vorbereiten

Der Bau beginnt mit der Vorbereitung der Bodenplatte. Diese kann aus einem Stück Küchenarbeitsplatte (evtl. günstige Reste vom Baumarkt) oder einer soliden MDF-Platte bestehen. Zunächst markiert man die Stelle, an denen der Stützbalken montiert werden soll. Möchte man mehrere Stützbalken verwenden, wiederholt man die folgenden Schritte natürlich für jeden einzelnen Balken.

Der Balken wird von drei oder vier stabilen Winkeln gehalten, je nach dem, ob er sich am Rand oder mitten auf der Platte befindet. Die Winkel schraubt man jetzt schon auf die Bodenplatte. Da der Stützbalken nicht nur von den Winkeln getragen, sondern auch von unten mit einer Schraube mit der Bodenplatte verbunden werden sollte, bohrt man nun ein entsprechend dickes Loch in die Bodenplatte, und zwar genau dort, wo sich die Balkenmitte befinden wird. An der Unterseite vergrößert man das Loch etwas, um später darin den Schraubenkopf zu versenken. Die Schraube sollte in jedem Fall lang und dick sein. Entsprechendes Vorbohren in die Mitte des Balkens ist daher sehr zu empfehlen.

Weiter geht es mit der Vorbereitung des Stützbalkens. Es empfiehlt sich, einen durchgehenden Balken zu verwenden, da die Gesamtkonstruktion dadurch deutlich stabiler wird, als wenn man mehrere kürzere Balkenstücke verwendet, die mit Winkeln auf die Bretter geschraubt werden. Bevor der Balken mit dem Sisalseil umwickelt wird, werden die Montagewinkel für die Zwischenbretter und die Stützbalken (falls vorgesehen) angeschraubt.

Der nun folgende Akt des Umwickelns des Tragebalkens ist der vielleicht anstrengendste Teil beim Bau eines eigenen Kratzbaums. Man beginnt am oberen Ende des Balkens. Die ersten paar cm des Balkens werden mit ungiftigem Holzleim bestrichen und das Seilende am Anfangspunkt festgetackert. Nun wickelt man das Seil mit hoher Spannung ein paar mal um den Balken. Diesen Schritt führt man am besten mit drei Personen durch. Eine Person strafft und führt das Seil, während die anderen beiden den Balken drehen.