Fassade selber streichen Anleitung

Fassade selber streichen – eine Anleitung

Nicht nur die Innenräume eines Hauses benötigen hin und wieder mal einen frischen Anstrich. Auch die Außenfassade muss gelegentlich mal neu gestrichen werden. Egal, ob man sich eine andere Farbe wünscht oder die Hausfassade über die Jahre hinweg unter Wind und Wetter gelitten hat, eine Außenfassade selbst zu streichen ist kein Hexenwerk. Wenn Sie ein paar Tipps beachten, lassen Sie die Fassade ihres Hauses ohne große Mühe wieder in ganz neuem Glanz erstrahlen.

Fassade streichen: Diese Werkzeuge und Materialien brauchen Sie

Der neue Anstrich der Fassade will gut vorbereitet sein. Daher sollten Sie unbedingt prüfen, welche Werkzeuge und Materialien sie bereits haben und welche Sie erst noch besorgen müssen. Die Mengen der genannten Materialien hängen natürlich von der Flache der zu streichenden Fassade ab.

Verbrauchsmaterialien:

  • Fassadenfarbe
  • Grundierung
  • Putzmörtel / Maurermörtel
  • Abklebeband
  • Abdeckfolie
  • Fugenfüller
  • Fungizid / Algizid

Bei der Wahl der Fassadenfarbe lassen Sie sich am besten in einem Baumarkt oder besser noch im Fachhandel beraten, denn nicht jede Fassadenfarbe ist für jeden Untergrund gleich gut geeignet. Zudem sollten Sie beachten, dass man nicht unterschiedliche Fassadenfarben ohne Grundierung auftragen kann.

Werkzeuge:

  • Hochdruckreiniger
  • Hammer / Meißel
  • Handschuhe
  • Spachtel
  • Teleskopstiel
  • Farbrolle
  • Messer
  • Bürste
  • Eimer
  • Quirl / Rührstab

Kosten für Gerüst bei dem streichen der Fassade

Je nach Höhe der Fassade benötigen Sie natürlich noch eine Leiter oder ein Baugerüst. Ein Gerüst können auch Privatpersonen mieten. Die Kosten hierfür sind je nach Aufwand und Region jedoch unterschiedlich. Im Raum Berlin / Brandenburg kostet ein Gerüst für ca. 250 qm Fläche bei einem Einfamilienhaus ca. 1800,- Euro inkl. Auf- und Abbau durch Profis (vier Wochen Standzeit). Denken Sie nur bitte an Ihre eigene Sicherheit. Wenn Sie ein hohes Gerüst benötigen, sollten Sie den Auf- und Abbau auf jeden Fall gelernten Profis überlassen. Für gewöhnlich muss das Gerüst für mindestens vier Wochen gemietet werden. Damit haben Sie genug Zeit um alle Arbeiten am Haus selbst in Ruhe durchführen zu können. Jede weitere Woche kostet dann nur noch ca. 50-100 Euro. Im Idealfall holen Sie sich zwei bis drei Angebote von Gerüstbauern aus der Gegend ein und vergleichen dann die Leistungen. Im Idealfall sollte der Gerüstbauer vor Ort sein und mit Ihnen Ihre Pläne durchgehen. Damit sparen Sie sich böse Überraschungen und Zusatzkosten. Sicherlich ist der Preis ein wichtiges Kriterium, wenn Sie sich jedoch bei einem Angebot unwohl fühlen, gehen Sie nicht nur nach dem Preis.

Redaktionstipp: Das Streichen der Fassade selbst dauert im Vergleich zu den Vorbereitungen und Nacharbeiten nicht so lange. Bleiben Sie also geduldig und führen Sie die notwendigen Vorarbeiten gewissenhaft aus. Das spart Ihnen am Ende jede Menge Frust und Zeit beim finalisieren Ihrer Fassade. Viele Vorarbeiten sieht man beim malern der Fassade nicht sofort.

Vorbereitung: Untergrund prüfen, reinigen und vorbereiten

Bevor Sie mit dem Streichen der Fassade anfangen können, müssen Sie den Untergrund prüfen. Zunächst führen Sie einen einfachen Sichttest durch. Lose Farbschichten, Pflanzenreste, Ablagerungen von Schmutz oder Moos müssen vor dem Neuanstrich gründlich entfernt werden. Neben dem Hochdruckreiniger empfiehlt sich hier der Einsatz der Bürste.

Danach wischen Sie mit der Hand über die Fassade. Bleiben an der Handinnenfläche Ablagerungen zurück, muss die Fassade nicht nur gestrichen, sondern auch ordentlich grundiert werden. Sollten Sie feststellen, dass der vorhandene Putz bröselig ist, ist es mit einer Grundierung allein nicht getan. In diesem Fall müssen Sie den alten Putz großflächig abtragen, da er bei einem Neuanstrich in der Trocknungsphase aufplatzen kann oder einfach unter der Last der neuen Farbe zusammenbricht und von der Wand fällt.

Sauber arbeiten bei der neuen Fassade

Sind jedoch nur kleine Stellen betroffen, reicht eine kleinere Ausbesserung. Gleiches gilt für Risse, die mit Putz bzw. Mörtel oder Fugenfüller geschlossen werden. Hierzu gibt es im Baumarkt oder Fachhandel spezielle Mittel, die wenige Euro kosten und extra für Fassadenausbesserungen gemacht sind. Außerdem sollten Sie die Fassade ordentlich nass machen. Das Wasser darf nicht in den Putz einziehen. Ist das der Fall, müssen Sie zwingend eine Grundierung auftragen, da ansonsten auch die Farbe einzieht, was einen streifenfreien Neuanstrich quasi unmöglich macht.

Redaktionstipp: Eine Grundierung kann auch Farbe sparen, da diese danach viel besser deckt! Dies gilt vor allem für Markenartikel wie Brillux oder Caperol. Die Kosten für Grundierungen sind günstig, einzig die Arbeitzeit steigt dadurch um einige Stunden.

Der Untergrund muss sauber und trocken sein. Für die Reinigung nehmen Sie den Hochdruckreiniger und strahlen die Fassade gründlich ab. Mit der Bürste entfernen Sie hartnäckige Verschmutzungen und andere fassadenfremde Elemente wie Pflanzenreste. Vor dem Reinigen mit dem Hochdruckreiniger kann man bei Algen oder anderen organischen Verschmutzungen auch einen speziellen Entferner nutzen. Dieser wird auf die Fassade aufgesprüht und lässt sich nach ein paar Stunden problemlos und ohne Rückstände abwaschen. Die Kosten liegen für 5 Liter im Baumarkt bei ca. 10,- Euro. Wenn die Fassade dann sauber ist, können Sie schon fast mit dem Streichen beginnen.

Die Fassade selbst streichen

Vor dem Anstrich kleben Sie alle Elemente ab, die nicht gestrichen werden sollen. Dazu zählen natürlich Fensterrahmen, Fensterbänke, Türen und so weiter. Den Boden am Fuß der Fassade decken Sie großflächig mit Folie oder Malerflies ab. Fenster und Türen sollten Sie ebenfalls mit Abdeckfolie schützen, die Sie über die gesamte Fläche der Tür bzw. des Fensters spannen.

Sollten Sie eine Grundierung auftragen müssen, so tun Sie das idealerweise mit einem Quast bzw. Flächenpinsel. Mit der Grundierung brauchen Sie nicht zu geizen, tragen Sie lieber eine Schicht zu viel als zu wenig auf. Lassen Sie sie anschließend gründlich trocknen.

Redaktionstipp: Wer etwas Abwechslung und Spaß beim auftragen der Grundierung möchte, kann hierzu auch einen normalen Garten Drucksprüher nutzen (z.B. den von Tukan). Zum verteilen kann man dann noch mit einem Pinsel oder einem Roller etwas nachhelfen.

Damit die Fassade später auch wirklich gut aussieht, müssen Sie auf das Wetter achten. Es sollte natürlich trocken sein, jedoch darf es nicht zu heiß oder zu kalt sein. Die Temperatur sollte mindestens fünf, maximal jedoch 25 – 30 Grad Celsius betragen. Bei hohen Temperaturen trocknet die Fassadenfarbe sehr schnell. Doch vorteilhaft ist das nicht, denn trocknet die Farbe zu schnell, bleiben sichtbare Ansätze und Streifenbildung nicht aus. Um das zu vermeiden sollten Sie vor allem nur nass-in-nass in unterschiedliche Richtungen mit der Rolle streichen. Was Sie auf keinen Fall tun sollten sind Pausen oder Unterbrechungen auf großen Flächen. Pausen empfehlen sich vor allem bei Kanten oder nach jeder Seite, da man hier später keine Ansätze oder Streifen sieht. Bei größeren Fassadenseiten empfiehlt es sich auch mit zwei Leuten zu streichen, da man diese dann zum einen schneller streicht und zum anderen immer im nassen Farbbereich bleiben kann.

Redaktionstipp: Bei zwei Leuten empfiehlt es sich, dass einer oben und der zweite unten anfängt und man sich in der Mitte der Fassade trifft. Dann geht man gemeinsam von links nach rechts oder eben umgekehrt. Dadurch kann man relativ sicher gewährleisten, dass es keine Streifenbildung gibt.

Worauf beim streichen der Fassade achten?

Direkte Sonneneinstrahlung sollte ebenfalls vermieden werden, auch an Tagen mit moderaten Temperaturen. Lässt es sich nicht vermeiden, streichen Sie nach Möglichkeit in der Phase des Tages, an dem die Sonneneinstrahlung am geringsten ist. Damit Sie langfristig Freude an Ihrer neuen Fassade haben, können Sie die Farbe mit Algiziden und Fungiziden vermischen. Dadurch verhindern Sie, dass sich alsbald Schimmel oder Algen bilden können, die der Fassade schaden. Hochwertige Fassadenfarbenhersteller wie Brillux bieten diesen Farbenzusatz für wenige Euro an und mischen diesen vor Ort in Ihre Farbe.

Eine Fassade streicht man mindestens zweimal. Zuerst tragen Sie den Voranstrich auf, bei dem die Farbe ruhig mit 10 – 15 Prozent Wasser verdünnt werden kann. Die Ecken und Kanten an Fenstern, Türen etc. streichen Sie mit dem Pinsel. Für die großen Flächen nehmen Sie die Rolle. Das Streichen großer Flächen mit einem Pinsel ist nicht nur enorm arbeitsintensiv, es bewirkt in der Regel auch, dass die Farbe viel zu dick aufgetragen wird, wodurch sich beim Trocknen unschöne Risse bilden können.

Redaktionstipp: Häufig werden Fassaden von Malern mit einer bereits gefärbten Grundierung gestrichen, so dass nur noch ein zweiter Anstrich mit Farbe nötig ist. Dies kann man machen, wird aber von den Herstellern als “Pfusch” bezeichnet, da dadurch nicht alle positiven Eigenschaften einer Fassadenfarbe genutzt werden. In erster Linie ist dies eine gute Maßnahme um die Kosten und Arbeitszeit zu sparen.

Generell streichen Sie die großen Flächen nach dem nass-in-nass-Prinzip. Beginnen Sie an einer Kante und arbeiten Sie sich von dort aus immer weiter vor. Nachdem Sie die ganze Fläche möglichst gleichmäßig gestrichen haben, lassen Sie den Voranstrich gründlich trocknen. Flecken und Streifen sind noch nicht besonders schlimm, schließlich kommen noch ein bis zwei Schichten Farbe darüber.

Die zweite Schicht Farbe wird unverdünnt aufgetragen, sofern die Farbe an sich nicht zu dickflüssig ist. Die Vorgehensweise ist im Grunde mit der des Voranstrichs identisch. Sie beginnen mit den Ecken und Kanten und streichen die Fassade nass-in-nass. Dabei tragen Sie die Farbe abschnittsweise folgendermaßen auf: Von oben nach unten, anschließend mehrmals seitwärts und nochmal von oben nach unten rollen. So sollten Sie ein gleichmäßiges Ergebnis bekommen.

Am Ende lassen Sie die Fassade wieder gründlich trocknen. Je nach Ergebnis des zweiten Anstrichs sind Sie jetzt fertig und können sich über Ihre schöne und neue Fassade freuen oder Sie tragen noch eine dritte Farbschicht auf. Dies ist aber in den meisten Fällen nicht notwendig.

Wichtig: Arbeiten Sie gründlich und gewissenhaft. Eine Fassade streicht man nicht mal eben nebenbei. Bereiten Sie den Anstrich sorgfältig vor. Auch die angegebenen Trocknungszeiten sollten sie unbedingt einhalten. Wenn sich die Farbe trocken anfühlt bedeutet das nicht automatisch, dass sie auch schon durchgetrocknet ist. Tragen Sie die nächste Schicht zu früh auf, werden Sie sich hinterher höchstwahrscheinlich über Streifen und Ansätze ärgern.