Dachgeschoss ausbauen

Dachgeschoss ausbauen – die Vorbereitungen machens!

Die Vorbereitung und der finanzielle Aufwand

Vor dem Ausbau des Dachgeschosses müssen zunächst einige grundsätzliche Dinge geklärt und überlegt werden.

Nicht jedes Haus bietet die Möglichkeit das vorhandene Dachgeschoss auch in zusätzlichen Wohnraum umzubauen. Ist ein Ausbau nun aber möglich gilt es die Statik und den Zustand des kompletten Daches zu überprüfen, um die finanziellen Ausgaben überschaubar zu halten. Bei Altbauten ist es unter Umständen nötig und wirtschaftlicher das komplette Dach zu erneuern (siehe Dachsanierung), da es bereits undicht geworden ist. Besonders gut geeignet für ein solches Vorhaben sind die sogenannten Sattel – oder Mansardendächer, welche mindestens eine Neigung von 30 Grad vorweisen müssen. Ist eine Neigung von über fünfzig Grad vorhanden würde sich eine zweite Wohnebene realisieren lassen.

Der Behördengang beim Dachgeschossausbau

Auch muss zunächst geklärt werden ob ein Ausbau des Daches von Seiten des Gesetzgebers genehmigt werden würde und dies bedeutet jede Menge Bürokratie bei den örtlichen Behörden!
Die gesetzlichen Bestimmungen dazu variieren von Bundesland zu Bundesland und müssen unbedingt frühzeitig abgeklärt werden.

Allgemein gilt dass jede dauerhafte Nutzungsänderung des Wohnraumes eine offizielle Genehmigung voraussetzt. Änderungen an der Dachfläche durch neu eingebaute Fenster müssen ebenso genehmigt werden wie ein Umbau des Daches generell.

Wird der Wohnraum nur vorübergehend geschaffen oder dient die Renovierung der Instandsetzung der Immobilie ohne Änderungen des ursprünglichen Baucharakters, so benötigt der Bauherr keine behördliche Genehmigung.

Die Zustimmung der Behörde ist gekoppelt an die verschiedenen Kriterien wie Stabilität der Bausubstanz, Wärmedämmung und ausreichender Brandschutz.

Optik und Funktionalität des Dachausbaus

Zunächst ist es wichtig zu klären welche und wie viele Räume beim Dachausbau geschaffen werden sollen.
Handelt es sich um Wohnraum oder nur um Speicherfläche? Soll ein grosser Raum entstehen oder mehrere kleine Räume und lässt die Statik des Hauses diesen Umbau zu?
Die Erschaffung einer komplett neuen Wohneinheit bedeutet die grösste Herausforderung, da alle sanitären Anlagen und die dazu gehörenden Rohre und Abflüsse ebenfalls neu verlegt werden müssten.
Dazu ist es wichtig eine geeignete und ausdrucksvolle Zeichnung anfertigen zu lassen.

Die weniger sichtbaren Voraussetzungen des Dachausbaus

In den meisten Fällen entspricht die Dämmung der unbewohnten Dachböden nicht den modernen Maßstäben und muss nach den Bestimmungen der Energiesparverordnung umgesetzt werden.
Diese Dämmung durch Mineralwolle oder Styropor dient der Wärmedämmung und verhindert im Winter einen zu hohen Wärmeverlust und im Sommer eine zu grosse Hitzeentwickling unter dem Dach.
Weiterhin schützt die Isolierung zusätzlich gegen Nässe, Feuchtigkeit und Zugluft und verhindert somit das Entstehen von Schimmel und letztendlich können durch eine gute Isolierung noch zusätzlich Heizkosten eingespart werden.

Der Brandschutz spielt beim Dachausbau auch keine untergeordnete Rolle und ist in zwei wesentliche Aspekte unterteilt. Zunächst die Brandschutzklasse, die dem Bauherren klare Vorgaben macht welche Materialien er beim Dachausbau nicht verwenden darf, da diese Stoffe als leicht entflammbar gelten.

Ergänzend dazu gibt es noch die Feuerwiderstandsklasse für Bauteile, welche die Widerstandsdauer gegen Feuer in Minuten ausdrückt. Dementsprechend gilt es beim Dachausbau schwer entflammbare Materialien zu wählen mit einer hohen Feuerwiderstandsklasse.

Die Finanzierung des Ausbaus

Da die Baumassnahmen bei einem Dachausbau sehr komplex sind, ist es fast unmöglich eine ganz genaue Kostenkalkulation zu machen.
Hinzu kommt die Auswahl der Baumaterialien und welche Eigenleistungen der Bauherr gegebenenfalls in Eigenregie durchführen kann. In diesem Bereich sind Einsparungen im grossen Stiel aber ebenso auch Ausgaben in dieser Dimension möglich.
Die Erschaffung eines einzigen grossen Raumes ist natürlich deutlich günstiger als den Umbau des Daches in eine eigene neue Wohneinheit mit allen üblichen sanitären Anlagen.

Wenn diese Voraussetzungen alle realisierbar und finanzierbar sind, kann der Bauherr das Projekt des Dachausbaus unabhängig von der Jahreszeit beginnen.
Durch den Dachausbau hat der Hausbesitzer weiteren Wohnraum geschaffen, die Energieeffizienz des Gebäudes möglicherweise deutlich verbessert und generell somit den Wert der Immobilie gesteigert.

Das sollten ausreichend Gründe sein um einen Dachausbau attraktiv und umsetzbar zu machen.