Bungalow Ausbau

Bungalow aufstocken – Was muss beachtet werden?

Die Aufstockung eines Bungalows ist in der Regel weniger problematisch, als zum Beispiel bei einem Haus mit einem Walmdach ein Stockwerk hinzuzufügen, indem man das Dach anhebt. Die Aufstockung eines Bungalows hat zum Beispiel den großen Vorteil, dass das Haus im Erdgeschoss während der Baumaßnahmen ohne bedeutende Einschränkungen meistens durchgehend bewohnbar ist. Wenn die Verbindungstreppe zum neuen Geschoss außen am Gebäude gebaut werden kann, sind sogar für das Wohnen besonders unangenehme Deckendurchbrüche überflüssig. Wie einfach oder kompliziert jedoch eine Aufstockung eines Bungalows letztlich wird, hängt vom Grundriss und der baulichen Qualität des bestehenden Gebäudes ab. Zur Aufstockung bieten sich grundsätzlich zwei Varianten an. Das Obergeschoss des Bungalows kann einfach durch ein aufgesetztes Dach hergestellt werden und es entstehen Räume mit Dachschrägen und Drempel oder es wird ein normales Vollgeschoss auf den vorhandenen Bungalow gebaut.

fennel.de Buchtipp für 12,90 Euro: Vom gebrauchten Haus zum Traumhaus: Ausbauen, umbauen, anbauen

Bebauungplan vor Baumaßnahmen prüfen

Bungalow aufstocken

Bild: © Photographee.eu – fotolia.com

Bevor man mit der konkreten Planung für die Aufstockung eines Bungalows beginnen kann, muss der Bebauungsplan für das betreffende Grundstück geprüft werden, ob eine Aufstockung überhaupt baurechtlich zulässig ist bzw. in welchem Umfang die Erweiterungen der vorhandenen Bausubstanz möglich sind. Dabei geht es vor allem um die maximale Bauhöhe, in welcher Form Aufstockungen erfolgen dürfen und wie viel Gesamtwohnfläche im Verhältnis zur Grundstücksgröße zulässig ist. Unter bestimmte Umständen lässt das Baurecht Aufstockungen auch nur dann zu, wenn Nachbarn solchen baulichen Veränderungen zustimmen, was dann vor Baumaßnahmen entsprechende Verhandlungen mit den angesprochenen Nachbarn bedeutet.

Sobald die baurechtlichen Fragen geklärt sind, sollte man im Rahmen der so vorgegebenen Möglichkeiten entsprechend der eigenen Vorstellungen erste Planungen für die Erweiterungen vornehmen. Sobald man seine Vorstellung von Größe, Grundrissen, Ausstattung usw. vorläufig definiert hat, ist es empfehlenswert, einen Architekten und einen Statiker einzuschalten. Der Statiker muss nicht nur die Tragfähigkeit des aufzustocken Gebäudeteils berechnen, sondern auch überprüfen, welche Tragfähigkeit der bereits vorhandene Bau bietet. Der Architekt ist besonders nützlich, um die Ausschreibungen zu organisieren und den Bau fachkundig zu überwachen, da bei einem Umbau die Risiken für Schäden durch Pfusch am Bau besonders hoch sind.

Belastbarkeit des Bungalow prüfen

Je nachdem wie stark der bestehende Baukörper belastet werden kann, bieten sich unterschiedliche Bauweisen an, um die Aufstockung zu realisieren. Bei geringerer Tragfähigkeit des vorhandenen Gebäudes kommt zum Beispiel die Aufstockung mit einer Konstruktion im Leichtbauweise infrage. Dabei bietet sich die Ständerbauweise mit einer Konstruktion aus Holz oder Stahl an. Ein Vorteil dieser Bauweise ist neben günstigen statischen Eigenschaften die Möglichkeit, Teile vor zu fertigen und vor Ort nur zu montieren. Damit spart diese Bauweise Zeit für Baumaßnahmen direkt am Haus und verkürzt die durch die Arbeiten zwangsläufig entstehenden Einschränkungen beim Wohnen. Statisch relativ günstig ist auch die Verwendung von vorgefertigten Elementen in Holztafelbauweise, die noch kürzere Bauzeiten vor Ort ermöglichen. Die so genannte Elementbauweise verkürzt die Zeit, in der man durch Bauarbeiten belästigt wird, am effektivsten. Damit werden nämlich nicht nur vorgefertigte Teile, sondern komplett vormontierte Wohnelemente mit vollständiger Installation der Elektroanlage sowie Heizungs- und Sanitärtechnik eingebaut. Wird die Aufstockung in konventioneller Bauweise durch Mauerwerk durchgeführt, kann oft eine ausreichende Statik nur hergestellt werden, wenn auch das Mauerwerk des bestehenden Geschosses verstärkt wird. Je nach vorhandener Bauweise kann das zusätzliche Verstärkungen der Fundamente des Hauses erfordern, was sowohl die durchgehende Bewohnbarkeit des Hauses während der Bauzeit oft infrage stellt, als auch Kosten und nicht zuletzt technische Baurisiken erhöht. Wegen dieser Problematik sollten also bei den Planungen für die Aufstockung Gewichtsfragen eine große Rolle spielen.

Bauteile des Bungalow verbinden

Neben der Statik ist bei einer Aufstockung technisch besonders wichtig, dass der Anschluss zwischen bestehenden und neuen Gebäudeteilen unproblematisch gestaltet wird. Dabei spielt die Ausdehnung bzw. das Zusammenziehen des Baukörpers bei unterschiedlichen Temperaturen eine wichtige Rolle. Bei Ständer-, Element- oder Tafelbauweise kann mit entsprechenden elastischen Dichtungen gearbeitet werden bzw. die Konstruktion ist, wie bei tragen Teilen aus Holz, selbst elastisch. Wird ein neues Obergeschoss jedoch durch Aufmauerung auf den Bungalow aufgesetzt, müssen die Ausdehnungskoeffizienten des alten Geschossmauerwerks mit denen der aufgestockten Etage übereinstimmen. Unterschiedliches Ausdehnungsverhalten der Materialien würde schnell zu Rissen in Mauerwerk und Fassade führen, die nur sehr schwer, wenn überhaupt, zu beheben sind. Solche Schäden kann man vermeiden, wenn für das Mauerwerk des aufzustockenden Geschosses der gleiche Stein verwandt wird, der im Mauerwerk des vorhandenen Gebäudes bereits die Verwendung gefunden hat.

Die Erweiterung der Wohnfläche macht automatisch auch die Erweiterung der Haustechnik erforderlich. Zusätzliche Elektroanschlüsse und gegebenenfalls Verbraucher, neue Sanitärräume oder Küchen verlangen höhere Anschlusswerte für die Versorgung mit Strom, Wasser und gegebenenfalls Gas. Man sollte deshalb frühzeitig berechnen lassen, ob die vorhandenen Hausanschlüsse für den zusätzlichen Bedarf ausreichen. Aus ähnlichen Gründen sollte man die Aufstockung eines Bungalows zweckmäßigerweise sofort mit einer energetischen Sanierung des gesamten Hauses verbinden. Durch die Vergrößerung des Wohnraumes reicht meistens die vorhandene Heizung für die neue Gesamtfläche nicht mehr aus und muss verstärkt werden. Dann ist es oft unwirtschaftlich, eine energetisch nicht mehr zeitgemäße Heizung zu erweitern und man sollte anlässlich der Aufstockung gleich die ganze Heizungsanlage austauschen. Die energetische Sanierung kann den Bauherren in vielen Fällen den zusätzlichen Vorteil einer günstigeren Finanzierung für die gesamte Baumaßnahme bringen, wenn zum Beispiel öffentliche Subventionen oder zinsverbilligte Mittel für Energieeinsparung oder Erzeugung regenerativer Energien ausgenutzt wird.